2 Wochen, 3.500km: Mit dem neuen Motorrad auf großer Fahrt

Boris Löffert ist auf dem Dorf aufgewachsen, dreimal am Tag fuhr der Bus. Sein Motorrad bedeutete dem Eventfotografen in seiner Jugend alles – damit war er mobil und besuchte seine Freunde in Frankfurt, Darmstadt und Offenbach. Heute wohnt er noch ländlicher und hält über sein Motorrad-Vlog Kontakt zur Community. Für andere Motorradfans beschreibt er seine Motorradreisen und testet Produkte – wie kürzlich einen Koffer für den Gepäckträger.

Foto: Boris Löffert

32 Jahre lang war Boris seiner Yamaha Virago XV 1100 treu. Anfang 2025 kaufte er sich eine neue Maschine, eine Reise-Enduro, Modell Moto Guzzi V85 TT Travel. Natürlich brauchte er auch einiges an Zubehör. „Koffersysteme auf dem Gepäckträger (heißt beim Motorrad „Gepäckbrücke“) und an der Seite der Maschine sind der Kofferraum des Motorrads“, erklärt er. Wenn er wie kürzlich mit der Familie in den Urlaub nach Italien fährt – Frau und Kinder im Auto hinterher – muss schließlich einiges mit: Kleidung, Kochutensilien, ein Zelt.

Zubehör ist teuer geworden

„Als ich mit dem Motorradfahren anfing, war man damit günstiger unterwegs als mit dem Auto“, erinnert sich Boris, „aber heute kann so ein Koffer bei einem etablierten Hersteller schonmal 700 € kosten!“ Eine Alternative musste her, und so recherchierte Boris verschiedene Modelle, las Bewertungen und schaute Video-Erfahrungsberichte. Für welches er sich schließlich entschied, verrät er auf seinem eigenen YouTube-Kanal. „Dieser Koffer wird weltweit millionenfach verkauft und alle sind zufrieden damit“, meint Boris. „Wenn man mit offenen Augen herumfährt, sieht man ihn unterwegs oft.“

Zwei Hürden gab es noch, bevor es auf große Fahrt gehen konnte. Zum einen hat die Gepäckbrücke an Boris‘ neuer Maschine keine Standard-Maße, sodass er improvisieren musste, um den Koffer („Topcase“) anzubringen. „Mit Abstandhaltern war das aber kein Problem.“ Dann beschwerte sich sein Sohn, dass der Koffer ihm beim Fahren über Bodenwellen im Rücken drückt. Von Boris‘ Vorgängermotorrad war er eine so genannte Sissybar (eine Rückenlehne) gewohnt. „Da kann man sich als Sozius schön anlehnen!“, erklärt Boris. Doch auch dieses Problem ließ sich schnell beheben: mit passenden Schaumstoffpolstern für die Flächen und die Kanten des Topcases. Nun fährt der Sohn wieder gerne mit!

„Gefährlich wird es nur, wenn man Rennen fährt“

Allerdings vielleicht nicht mehr lange, denn im nächsten Jahr wird er 16 Jahre alt und kann seinen Führerschein für 125-Kubik-Maschinen machen. Darauf spart er schon und jobbt fleißig in den Ferien. „Meinen Sohn habe ich im Gegensatz zu seinen Schwestern mit der Motorradliebe angefixt“, schmunzelt Boris. „Die Mädchen, 17 und 19 Jahre alt, fahren zwar auch gelegentlich mit, haben aber keine Ambitionen, selber zu fahren.“ Angst um seinen Sohn hat Boris nicht, denn er wird ihn höchstpersönlich anleiten. „Mein Sohn ist ein reflektierter Mensch. Gefährlich wird es nur, wenn Jugendliche testen wollen, wer schneller fährt oder wer sich schräger in die Kurven legen kann. Dabei geht es beim Motorradfahren gar nicht um Leistungsvergleiche.“

Worum geht es dann? Um die Freiheit! Boris erinnert sich an seine erste Motorradreise: „Wir sind zu dritt in die Vogesen gefahren, ich in der Mitte. Am Vordermann konnte ich mich orientieren, wie man im Gelände fährt. Und hatte dabei immer das gute Gefühl, dass hinter mir jemand ist, wenn ich nicht hinterherkomme.“ Seither sind Motorradreisen Boris‘ liebste Art von Urlaub! Dieses Jahr ging es mit der Familie in die Toscana und zurück, 3.500km in zwei Wochen. Der Mitte 50-Jährige nimmt sich viel Zeit, die Strecken auszuknobeln. Denn auf der Autobahn ist es für ihn ermüdend, auf manchen Motorradstrecken wäre die Familie mit dem Auto dagegen nicht gut aufgehoben.

Was gibt’s Neues auf dem Markt?

Auch über die Toscana-Reise hat Boris auf seinem Kanal „FreiLich“ berichtet. Die Idee dazu kam ihm, weil die Motorrad-Clique in der Familienphase und durch den Umzug aufs Land eingeschlafen war. „Die Kombination aus meinem Hobby und YouTube bietet mir die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, Tipps von Gleichgesinnten zu bekommen.“ Die technische Ausstattung, um Videos zu produzieren, hatte Boris zu Hause – denn von Beruf ist er Fotograf.

Er ist für Firmenveranstaltungen oder private Feiern in ganz Deutschland und im Ausland unterwegs – in Barcelona, Madrid oder Amsterdam. „Als Eventfotograf ist man Allrounder, man muss alles aus dem Ärmel schütteln können“, sagt er. Menschen fotografiert er aber lieber als Produkte. Parallel zum Motorrad-Vlog betreibt Boris auch einen YouTube-Kanal mit Photoshop-Tutorials. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt er. „Ich informiere mich selbst gerne im Internet, aber das funktioniert nur, wenn Leute dort ihre Erfahrungen auch einspielen!“ Und so macht er’s dann.